• Modell und Skizze des Projekts Linz Krankenhaus.
    Modell und Skizze des Projekts Linz Krankenhaus.

    Sehw hebt alte Schätze #1

    Linz Krankenhaus

    Wir haben kürzlich in unserem Archiv der letzten 25 Jahre gestöbert und sind auf einige Projekte gestoßen, die wir gerne in einer neuen Reihe mit euch teilen möchten.

    Aber wie sollen wir die Reihe nennen? „Sehw Nostalgie“? Hört sich irgendwie traurig an. „Sehw wärmt auf“? Klingt irgendwie nicht lecker. „Sehw denkt zurück?“ Zurück ist eben zurück.

    Da wir auch unsere frühen Arbeiten genauso ernst nehmen wie die aktuellen und in unserem Fundus noch Schätze schlummern, nennen wir unsere neue Reihe „Sehw hebt alte Schätze“.

    Mit einem Projekt aus Linz geht es los. Das Krankenhaus der Elisabethinen erhält einen angemessenen Entréebereich durch die Überbauung des Rücksprung zwischen zwei Bestandsbauten. Etwas zurückgesetzt entsteht eine zweigeschossige leichte und lichte Halle. Sie dient der Information, bietet Warte-, Aufenthalts- und Spielbereiche. Das Neubauvolumen füllt das zur Verfügung stehende Grundstück aus. Die Bewegung gibt dem Neubau seine Form. Er öffnet sich zum Gelände, unterstreicht damit seine Zugehörigkeit. In sich skulptural wirkend, nimmt der Baukörper des Neubaus die Straßenflucht und Höhenentwicklung des Bestands auf.

  • 3D-Visualisierung des Projekts Kav Dialysezentrum in Wien.
    3D-Visualisierung des Projekts Kav Dialysezentrum in Wien.
    Lageplan des Projekts Kav Dialysezentrum in Wien.

    Sehw hebt alte Schätze #2

    Wien Kav Dialysezentrum

    Das zweite Projekt unserer Serie „Sehw hebt alte Schätze“ ist aus dem Jahr 2007: Das Dialysezentrum Donaustadt in Wien. Die städtebauliche Umgebung ist geprägt von Heterogenität. Im Süden bzw. Südwesten grenzt kleinteilige Wohnbebauung an, im Nordosten grossformatige Solitäre, Blöcke, Zeilen, etc., als unmittelbarer Nachbar die gebaute Maschine des SMZ-Ost. Der hohe Anspruch des Entwurfs war, keine Maschinenarchitektur, sondern Wohlfühlarchitektur zu schaffen: Ein Haus, das für den Patienten während der Zeit des Aufenthalts zur Heimat wird, das gestalterisch mehr Hotel als Krankenanstalt ist.

    Neben dem Wohlfühlaspekt für Patient und Personal bietet das Gebäude für letztere auch ein Höchstmaß an Effizienz im betrieblichen Ablauf. So wurden die Flächen durch Konzentration in einigen Bereiche gegenüber dem Raumprogramm noch gestrafft, ergeben sich kurze Wege horizontal und vertikal, gute Übersichtlichkeit und Beobachtungsmöglichkeit bei gleichzeitigem Respekt vor der Privatsphäre der Patienten.

    Der Name „Dialysezentrum Donaustadt“ wird in der Gebäudehülle reflektiert, einer leicht undluftig in Wellenform das Gebäude umschwingenden hellen textilen Haut. Sie ist Leitmotiv nach außen, atmosphärisches Element nach innen und ganz nebenbei auch bauphysikalisch wirksam als Witterungsschutz, Sonnenschutz, Sichtschutz.

  • Modell und Skizze des Projekts TU Versuchshalle in Dresden.
    Schnitt des Projekts TU Versuchshalle in Dresden.
    Modell und Skizze des Projekts TU Versuchshalle in Dresden.

    Sehw hebt alte Schätze #3

    Dresden TU Versuchshalle

    Die Natur - ein Lehrmeister des Leichtbaus. Während innovativer Leichtbau eher mit Hightech-Produkten in Verbindung gebracht wird, hat man vom Bauen immer noch das Bild einer archaischen, schmutzigen Tätigkeit im Kopf. Der Entwurf setzt sich zum Ziel, die Nutzung aus dem Innern des Gebäudes nach außen zu transportieren, indem eine freie Form, wie sie in der Natur vorkommen, konstruktive Merkmale des Leichtbaus und neue Leichtbaumaterialien eine Synthese eingehen, die für das Institut imagebildend und identitätsstiftend ist. Statt einer Folge additiver Elemente wird aus den unterschiedlichen Nutzungsanforderungen und den daraus resultierenden Geschosshöhen ein kompakter, organischer, fließender Baukörper entwickelt.

    Im Innern ist der Baukörper straff organisiert, ohne jedoch in der Qualität der Räume die äußere Form zu negieren. Erdgeschossig sind mehrere Prüffelder mit einer Nebenraumzone situiert. In den Obergeschossen befinden sich Labore und eine Verfügungsfläche zur internen Nachverdichtung. Nach außen präsentiert sich der Baukörper expressiv. Das wird zusätzlich in der Wahl der Materialität der Gebäudehülle verstärkt. Sie besteht aus extrudiertem Aluminiumschaum, einem Material, das aus dem Leichtbau kommt und die Nutzung des Hauses nach außen trägt. Die Hülle ist Filterschicht, Sonnen- und Blickschutz, aber auch homogenisierendes Kleid. Die Poren im Schaum verleihen ihm eine Durchlässigkeit, so dass der Körper in der Dämmerung zu leuchten beginnt.